Erschöpfung und Leistungsfähigkeit

Wenn die Leistungsfähigkeit nachlässt, lohnt sich ein Blick auf das Gesamtbild.

Sie schlafen ausreichend und fühlen sich morgens trotzdem nicht erholt. Die Konzentration fällt schwerer als früher. Nach einem Arbeitstag fehlt die Energie für Familie, Sport oder Hobbys. Gleichzeitig zeigen mehrere Blutuntersuchungen keine auffälligen Befunde.

Viele Menschen erleben genau diese Situation.

Die Frage lautet dann häufig:

„Wie kann es mir so schlecht gehen, wenn meine Blutwerte in Ordnung sind?“

Diese Frage ist berechtigt. Gleichzeitig enthält sie bereits einen wichtigen Hinweis.

Ein unauffälliges Standardblutbild bedeutet nicht automatisch, dass alle möglichen Ursachen untersucht wurden. Es bedeutet zunächst, dass die Fragestellungen beantwortet wurden, für die diese Untersuchungen vorgesehen waren.

Viele gesundheitliche Beschwerden entstehen jedoch durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Dazu gehören beispielsweise Stressbelastung, hormonelle Regulation, Schlafqualität, Stoffwechsel oder Nährstoffversorgung. Diese Zusammenhänge werden in einer Standarddiagnostik häufig nicht vollständig betrachtet.

Genau an diesem Punkt setzt meine Arbeitsweise an.

Ich wiederhole vorhandene Untersuchungen nicht ohne Grund. Ich verschaffe mir zunächst einen Überblick über alle bereits vorliegenden Informationen. Anschließend prüfe ich, welche Fragen bereits beantwortet wurden und an welchen Stellen diagnostische Lücken bestehen.

Erst danach entscheide ich gemeinsam mit Ihnen, welche weiteren Untersuchungen sinnvoll sind.

So entsteht Schritt für Schritt ein nachvollziehbares Gesamtbild.

Wann eine strukturierte Ursachenanalyse sinnvoll ist

Eine weiterführende Analyse bietet sich insbesondere an, wenn mehrere der folgenden Punkte auf Sie zutreffen:

  • Ihre Leistungsfähigkeit hat in den vergangenen Monaten deutlich nachgelassen.
  • Sie fühlen sich trotz ausreichend Schlaf nicht erholt.
  • Ihre Konzentration fällt Ihnen zunehmend schwer.
  • Sie reagieren gereizter als früher oder erleben sich selbst verändert.
  • Sie haben Schwierigkeiten abzuschalten.
  • Sie schlafen schlecht oder wachen häufig auf.
  • Mehrere ärztliche Untersuchungen wurden bereits durchgeführt.
  • Die bisherigen Befunde erklären Ihre Beschwerden nicht zufriedenstellend.

Keine dieser Beobachtungen beweist eine bestimmte Ursache.

Sie liefern jedoch wichtige Hinweise, aus denen sich sinnvolle Fragestellungen ableiten lassen.

Genau darin besteht die Ingenieursmethode.

Nicht möglichst viele Untersuchungen durchführen.

Sondern die richtigen Fragen in der richtigen Reihenfolge stellen.

Nicht jeder Mensch benötigt dieselbe Diagnostik

Jeder Mensch bringt eine andere Vorgeschichte mit.

Manche Patienten kommen mit umfangreichen Laborbefunden und Arztberichten in meine Praxis. Andere stehen noch am Anfang ihrer diagnostischen Abklärung.

Deshalb gibt es bei mir keine Diagnostik nach Schema F.

Vorhandene Befunde werden sorgfältig ausgewertet und in die weitere Planung einbezogen. Untersuchungen werden ergänzt, wenn sich aus den Beschwerden oder den bisherigen Ergebnissen diagnostische Lücken ergeben.

Ebenso wichtig ist es, Hypothesen wieder zu verwerfen, wenn die Befunde dagegen sprechen.

Auch das gehört zu einer strukturierten Ursachenanalyse.


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